Museum für Meteorologie und Aerologie

Wissenschaftliche Wolkenfotografie zur Erforschung der „oberen Luftströmungen“

Fototheodolith    Eine Versammlung zahlreicher nationaler Wetterdienste beschloss im Jahr 1891 in München, während der Jahre 1896 und 1897 an möglichst vielen Stellen auf der Erde, die Wolkenhöhen sowie ihre Zugrichtung und Zuggeschwindigkeit mit Metho­den der Photogrammetrie zu erforschen. An dieser Kampagne beteiligten sich 13 Stationen weltweit. In Deutschland war es das Meteorologische Observatorium in Potsdam (MOP) auf dem Telegrafenberg, das sich in diesem Forschungsprojekt einen Namen machte. Es wurden 3 Foto-Theodolite bei der Fa. Günter in Braun­schweig bestellt, die von dem Vermessungskunde-Professor Carl Koppe speziell für dieses Forschungsprojekt entwickelt worden waren.

Das photogrammetrische Verfahren beruht darauf, dass zwei Fotoapparate, die in ei­ner genau vermessenen Entfernung voneinander aufgestellt sind, genau zur gleichen Zeit eine untereinander klar abgestimmte Wolkengegend am Himmel fotografieren. Aus dem Dreieck von Kamera 1 zu Kamera 2 und zu den Wolken lässt sich die Höhe der Wolken berechnen, wenn zusätzlich zur Entfernung zwischen den Fotoapparaten die Winkel bekannt sind, die an den Kameras abgelesen werden können.

Man ging aber noch weiter. In kurzem zeitlichem Abstand fotografierten beide Kameras noch einmal, und aus der Bewegung, die die Wolken in der Zwischenzeit gemacht hatten, konnten auch die Zugrichtung und –geschwindigkeit errechnet werden. Die Wolken sollten auf diese Weise Auskunft darüber geben, in welcher Höhe welche Winde wehten. Aber noch etwas Weiteres sollte mit dieser aerologischen Forschung erreicht werden: man wollte eine international einheitliche Bezeichnung für die verschiedenen Wolkenarten erreichen und dazu sollte die zu dieser Zeit gerade im Entstehen befind­lichen Weltorganisation für Meteorologie einen Internationalen Wolkenatlas her­ausgeben. Dieser sollte die Beobachter weltweit in die Lage versetzen, die von ei­nem anderen Beobachter beschriebenen Wolken eindeutig erkennen zu können.

Das Wettermuseum hat diese Fotodokumente gescannt, um sie auf der Internet-Plattform Museum-Digital zu veröffentlichen. Dort finden sich zurzeit die Beschrei­bungen von 17 solcher Fotodokumente. Es sollen aber weitere dazu kommen. In der Ballonhalle 2 haben wir außerdem unsere Ausstellung etwas erweitert, um auch unseren Besuchern hier im Museum etwas von diesen Schätzen zeigen zu können. Auf 2 großen Tafeln mit vielen Abbildungen beschreiben wir das Internationale Wol­kenjahr 1896/97. Außerdem zeigen wir einige Instrumente, die in der Wolkenbeob­achtung eine Rolle gespielt haben.

Hier geht es zum Auftritt des Wettermuseums auf Museum-Digital >        
Der Koppesche Fototheodolit in zwei verschiedenen Ansichten. Ganz links steht der große Kasten für die Fotoplatten am Boden.  

 

 

 
wolkenfoto  
Eines der Wolkenfotos. Dieses und 76 weitere Original-Fotodoku­mente des MOP aus den Jahren 1896/97 befinden sich heute im Archiv des Wettermuseums.
 
   

 Ausstellungstafel Wolkenjahr

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